Zeitreise ins alte Persien – Reisetipps Iran

Iran Reisetipps

Reisetipps für den Iran. Wer ein nicht touristisches, günstiges und überraschendes Reiseziel sucht ist im Iran genau richtig. Das Land war jahrelang abgeschlossen von der Außenwelt und hat erst vor Kurzem seine Grenzen für Tourismus geöffnet. Die ersten Besucher kommen zögernd. Umringt von Kriegsgebieten kämpft es mit Vorurteilen zur Sicherheit und Schauergeschichten von archaischen Strafen bei kleinsten Vergehen. 

Um das gleich vorwegzunehmen: Ja, der Iran ist sicher. Und ein richtiger Geheimtipp (… noch). Das ehemalige persische Reich ist voll von prunkvollen Moscheen, wundervollen, offenen Menschen, atemberaubender Landschaft und leckerem Essen und noch dazu günstig. 

Moschee in Kashan
Moschee in Kashan

Die Infrastruktur aus Hostels und Restaurants ist manchmal noch etwas provisorisch, aber die Iraner setzen auf den Tourismus und man findet überall was man braucht.

Visum Iran

Man kann ein Visum bei der Einreise erhalten, und auch die dazu notwendige Krankenversicherung kann man hier für ca. 16 € abschließen. Man muss dazu aber an 4 verschiedenen Schlangen anstehen.

Die Krankenversicherung kann man vorab abschließen, es muss aber auf Englisch in einem Schreiben explizit aufgeführt werden, dass die Versicherung für den Iran gilt. Steht z.B. nur “weltweit” wird sie nicht akzeptiert.

Moscheen Iran
Wunderschöne Moscheen im Iran

Das Visum kostet ca. 85 €. Man kann versuchen das Visum bereits vorab über die Botschaft zu erhalten. Hier kostet es normalerweise das Gleiche, man spart sich aber die Schlangen bei der Einreise.

Wichtig: Wer einen Israelischen Stempel im Pass hat, muss sich einen Zweitpass besorgen, sonst wird die Einreise nicht gewährt. Außerdem muss genug Platz im Pass vorhanden sein, sonst kann die Einreise verwehrt werden.

Geld

Im August 2016 gab es keine Möglichkeit Geld abzuheben oder mit Karte zu zahlen. Die gesamte Reisekasse muss also in Bargeld mitgenommen werden. Es gibt vereinzelte Hostels, die eine Zahlung über Paypal erlauben, aber darauf kann man sich nicht verlassen. Es kann sein, dass es inzwischen vereinzelte Hostels und Restaurants gibt, die Mastercard annehmen, aber auch hierauf würde ich nicht zählen.

Wir haben ca. 600 € pro Person für zwei Wochen ausgegeben, inklusive Hostels und Essen. Wer aber jede Moschee im Reiseführer sehen will, wird aber schnell mehr los. Eintritte kosten fast ausnahmslos 200.000 Real (ca. 5 €).

Iran Geld
Im Iran wird man schnell zum Millionär mit iranischen Real

Es gibt zwei Währungen im Iran: Der Iranische Real (1 € = ca. 35.000 IRR), der leicht in die Millionen Zahlen geht. Und da das kompliziert ist, gibt es noch den Toman. Um von Real in Toman umzurechnen lässt man einfach eine Null weg. 200.000 IRR wären also 20.000 Toman. Die Tausender spricht man nicht mit, aber sie verstehen sich von selbst. Ob man einen Preis in Real oder in Toman aushandelt muss man entweder aus dem Kontext verstehen oder fragen. Meistens werden Preise aber in Toman genannt.

SIM Card

Es lohnt sich eine iranische SIM Card zu kaufen, ein Pack mit 4 GB und ein paar Minuten kostet ca. 15 € und Google Maps und Translate sind in vielen Fällen kleine Lebensretter. Gleich am Flughafen von Teheran gibt es Stände von Iran Mobile und anderen. Die SIM Card muss von einem Mitarbeiter der Telefongesellschaft eingesetzt werden, und nicht erschrecken. Es sieht abenteuerlich aus, was die mit dem Handy machen, aber es funktioniert und das Handy geht auch nach der Rückkehr noch.

Kleiderordnung im Iran

Frauen müssen im Iran auf der Straße ein Kopftuch tragen. In den Hostels oder zu Hause bei jemanden kann man das Kopftuch meistens abnehmen, jedoch nicht in Restaurants. Am besten bringt man schon gleich zwei oder drei mit, damit man etwas Abwechslung hat. Haarklammern helfen dabei, das Tuch dort zu behalten, wo es sein soll. Es muss die Haare nicht komplett bedecken, aber es darf auch nicht ganz in den Nacken rutschen.  

Dress Code Iran
Beispiel für Kleiderordnung im Iran

Die Beine müssen komplett bedeckt sein bis auf die Knöchel. Hosen können zwar eng sein, solange man darüber eine weite Bluse oder ein Kleid trägt, das den Po bedeckt. Mit weiten Hosen reicht ein langärmeliges T-Shirt. Wichtig ist, dass sich die Figur um Hüfte und Po nicht abspiegelt. Die Arme müssen bis zum Ellenbogen bedeckt sein und zu viel Dekoltée ist keine auch keine gute Idee.

Am besten kauft man sich 2-3 leichte, weite Stoffhosen, die man zu allem anziehen kann. Weite, langärmelige Kleider (mit Ärmeln bis zum Ellenbogen) oder Tunikas werden dein besten Freund werden. Die kann man auch mit einer Leggins anziehen. Ich habe auf Grund der Hitze aber trotzdem immer zu den weiten Hosen gegriffen.

Die Füße sind der einzige Teil, um den man sich keine Sorgen zu machen braucht. Feste Sandalen sind eine gute Option, Turnschuhe sollte man aber auf jeden Fall mitnehmen für längere Ausflüge und in der Stadt. Ich hatte Trekking Sandalen und Tom’s mit und war sehr zufrieden.

Gastfreundlichkeit

Sobald man die Formalitäten hinter sich, das Visum erhalten und offiziell die Grenze überschritten hat, fängt der Iran an und damit die berühmte Gastfreundlichkeit. Ein freundliches “Welcome to Iran” an jeder Straßenecke ist erst der Anfang.

Die meisten Iraner lieben es mit Fremden zu reden. Wenn man die Straßen entlang läuft hört man alle naselang “Thank you for visiting Iran” oder “Welcome”. Es interessiert sie vor allem, was man von ihrem Land denkt. Sie wollen einen guten Eindruck hinterlassen und sind gerne bereit alles stehen und liegen zu lassen um dir eine besonders schöne Moschee oder einen außergewöhnlichen Park zu zeigen oder eine Anekdote zu einer Sehenswürdigkeit zu erzählen.

Iran Gastfreundschaft
Iranische Gastfreundschaft

Es dauert nicht lange, bis man auf einen Tee oder zum Essen zu jemanden nach Hause eingeladen wird. Die Iraner haben eine natürliche, offene Neugierde auf ihre Besucher. Viele finden es unglaublich, dass jemand von weit weg in ihr Land kommt um ihre Heimat kennenzulernen.

Noch nie haben mir so viele unbekannte Menschen ihr Haus, ihre Hilfe, ihre Zeit und ihre Tipps angeboten. Wenn man Zeit hat, sollte man das Angebote auf jeden Fall annehmen. Wenn es einem nicht ganz geheuer ist, muss man nicht direkt zu jemanden nach Hause gehen. Aber eine Tasse Tee im nächsten Teehaus mit drei Generationen von Iraner, die einem mit Händen und Füßen und den rudimentären Englischkenntnissen des Enkels, ihre Geschichte erzählen und über dein Land ausquetschen, wird bestimmt die spannendste Reise-Anekdote. 

Transport

Züge und Busse sind subventioniert und sehr günstig. Man zahlt zwischen zwei und sieben Euro um von einer Stadt zur nächsten zu gelangen. In dem Preis enthalten ist meistens eine kleine Verpflegung, Kekse und Wasser. Die Zugverbindung ist in vielen Teilen noch nicht so erschlossen. Busse sind aber eine gute Alternative. Sie sind bequem und fahren häufig. Klimaanlage ist an der Tagesordnung und die Executive Sitze kosten nur wenig mehr und sind groß und gemütlich. Bei Nachtbussen kann man die Sitze meist ganz horizontal klappen, sodass man gut schlafen kann.

Innerhalb der größeren Städte bewegt man sich am besten im Taxi. Den Preis sollte man vorab aushandeln und notfalls vorab jemanden in einem Café oder Geschäft fragen, wie hoch der Preis sein wird. Man zahlt aber selten mehr als 3-5 €. In einigen Städten, wie zum Beispiel Isfahan kann man auch wunderbar alles zu Fuß erreichen.

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