Rom in 2 Tagen

Rom, Kollosseum

Was kann man in Rom in nur zwei Tagen sehen? Jede Menge! Die wichtigsten Tipps und Sehenswürdigkeiten für Rom im Schnelldurchlauf. 

Keine Stadt hat mehr Sehenswürdigkeiten als Rom: Das Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon, der Vatikan, die Liste geht endlos weiter. Um in Rom nur das Wichtigste gesehen zu haben, braucht man Wochen.

Dennoch kann man in zwei Tagen überraschend viel sehen. Viele Orte liegen nah beieinander und wenn man geschickt läuft, nimmt man auf dem Weg einiges mit.

Hier unsere Route in zwei Tagen Rom.

Erster Tag: Geschichte und Weltwunder

In Rom darf natürlich das Kolosseum nicht fehlen, eines der neuen sieben Weltwunder und das Wahrzeichen Roms. Gebaut zwischen 72 und 80 nCh. ist es der größte geschlossene Bau der römischen Antike und ein Sinnbild der hohen Baukunst der antiken Römer. Daher stand das Amphitheater auch gleich als erstes auf unserer Liste.

Praktische Tipps:

Der Eintritt für Forum Romanum und Kolosseum zusammen kostet 12 €. Wenn man die Karten Online kauft, kommt man zwar an der Schlange vorbei, zahlt aber 4 € Bearbeitungsgebühr. Auch wenn die Schlangen ewig lang aussehen, es geht meistens relativ schnell. Die 4 € extra lohnen sich daher meines Erachtens nicht. Wem es trotzdem zu lange dauert, kann die Karten lieber am Forum Romanum kaufen, dort sind die Schlangen wesentlich kürzer und dann mit dem Doppeleintritt beim Kolosseum an der Schlange vorbei. 

Das Kolosseum ist, wie zu erwarten, beeindruckend. Im oberen Teil findet man viele Tafeln und Bilder, die einem eine Vorstellung von dem geben, was hier einmal los war. Aber wer Game of Thrones sieht, hat auch so eine gute Vorstellung davon.

Colosseum Infographfic
Colosseum Infographic

Es fällt schwer sich heute die Grausamkeiten vorzustellen, die damals in der Arena zur Unterhaltung der Römer und der oberen Klasse stattfanden. Heute ist die größte Herausforderung, einen guten Foto-Spot zu finden und ihn gegen die Mit-Touristen zu verteidigen.

Collosseo, Roma
Colosseum, Roma

Dennoch ist das Gebäude und die Geschichte dahinter beeindruckend. Aber Geschichte macht hungrig, und so sind wir direkt im Anschluss zur ersten Portion original italienischer Pasta unterwegs. Ich hatte aus mehreren Blogs Empfehlungen für günstige Restaurants gesammelt (Karte ist unten zu finden). In der Nähe des Kolosseums haben wir die Pizzeria Li Rioni A Santiquattro rausgesucht. Da die geschlossen war folgten wir ein paar Einheimischen zum Restaurant Naumachia direkt nebenan. Ein Glückstreffer. Die Pasta war so lecker, wie gehofft. Für das Essen inklusive Vorspeisen und zwei Portionen Pasta haben wir 25,50 € für zwei Personen bezahlt.

Aber kein Essen ist komplett ohne Nachtisch. Zum Glück habe ich in der Karte auch die besten Eisdielen eingetragen. “La dolce Vita” ist eine davon und nur ein kleiner Umweg auf dem Weg zum Forum Romano.

La Dolce Vita, Gelateria, Roma
La Dolce Vita, Gelateria, Roma

Im Forum Romano und dem Palatin allein könnte man Tage verbringen. Bei einem zwei Tage Aufenthalt muss aber ein Nachmittag reichen. Im ehemaligen Stadtzentrums sind Ruinen von Regierungsgebäuden, Märkten, Theatern und Tempeln verschiedener Epochen zu finden. Inzwischen sind viele der Ruinen mit Infotafeln ausgestattet. Wer sich aber für weitere Details interessiert, sollte sich einen Audio-Guide holen. 

Forum Romanum Panorama Ansicht
Forum Romanum Panorama Ansicht
Forum Romanum, Rome1
Forum Romanum, der Tempel der Vespasian und des Titus
Forum Romanum, Rome 2
Forum Romanum, Übersicht und Tür der antiken Kurie

Forum Romanum, Rome 3

Auf dem Weg nach draußen sind wir noch eben bei der Trajanssäule vorbei. Auf dessen Fries, der sich knapp 200m spiralförmig hochwindet, sind Szenen der Kriege Roms gegen die Daker dargestellt. Die Säule wurde zu Ehren des Kaisers Trajan erstellt, der um das Jahr 100 beide Dakerkriege führte.

Pünktlich zum Sonnenuntergang ging es dann über die Straße zum Denkmal der Gefallenen Soldaten, von wo aus man wunderbar den Sonnenuntergang sehen kann und einen tollen Blick auf das Kollosseum und das Forum Romanum und die ganze Altstadt hat.

Erholt nach dieser Pause ging es ca. 10 min zu Fuß zum Pantheon, um das letzte Tageslicht auszunutzen. Um diese Uhrzeit gibt es keine Schlangen mehr und man kommt schnell rein. Das Gebäude ist ein kleines Wunder: das am besten erhaltende Gebäude der römischen Geschichte ist knapp 2000 Jahre alt und sieht so aus wären die Bauarbeiten erst gestern fertig gestellt worden. Und das, obwohl es bei schlechtem Wetter durch das riesige Loch in der Mitte reinregnet.

Pantheon, Rom
Pantheon, Rom

Nicht weit von hier kommt man zum Piazza Navona. Hier kann man den Vierströmebrunnen von Bernini bewundern, der wirklich beeindruckend ist. Jeweils nördlich und südlich befinden sich zwei weitere Brunnen: Der Neptunbrunnen und die Fontana del Moro, die zwar bereits vorher gebaut wurden, aber von Bernini umgestaltet wurden.

Piazza Navona
Piazza Navona Vierströmebrunnen und Neptunbrunnen

Nach so viel Sightseeing haben wir uns die Pasta a la Mamma richtig verdient. Wenige Minuten entfernt erreichten wir die Osteria da Fortunata, ein Restaurant, das uns von verschiedenen Freunden empfohlen wurde. Und wir wurden nicht enttäuscht!

Osteria di Fortunata, Roma
Osteria da Fortunata, Roma

Die Pasta wird frisch vor aller Augen gerollt und geknetet und ist wirklich super lecker. Die Osteria ist vielleicht kein Buget-Restaurant, aber auch nicht übertrieben teuer. Wenn möglich, sollte man besser reservieren, denn es gibt eine ganz schön lange Schlange vor der Tür.

Nachtisch in Osteria di Fortunta
Nachtisch in Osteria da Fortunta

Um den Abend gebührlich ausklingen zu lassen, gingen wir auf dem Weg zum Hostel noch am Trevi Brunnen vorbei. Hier ist auch bei Nacht viel los, denn die Beleuchtung macht den Brunnen zu einem romantischen Ziel für Paare und wenn man Glück hat, bekommt man auch den einen oder anderen Heiratsantrag mit.

Fontana di Trevi
Fontana di Trevi, Rom

Zweiter Tag: Wenig Vatikan, viele Glückstreffer

Gleich vorab: wer die sixtinische Kapelle sehen möchte muss das von Montag bis Samstag machen, da diese sonntags geschlossen ist.

Wir sind zum Vatikan wieder gelaufen und mussten feststellen, dass wir nicht die einzigen sind. Nach und nach wurde uns klar, dass das nicht die normalen Touristen sind. Wir hatten ausgerechnet den Tag erwischt, an dem die Heiligsprechung stattfindet und sich Touristen und Gläubige in Massen auf dem Petersplatz scharen.

Petersplatz, Vatikan
Petersplatz, Vatikans

Wir sind vor den Menschenmassen in das Castel di Angelo, die “Engelsburg” geflüchtet. Ein richtiger Glückstreffer. Die Burg sieht zwar unspektakulär aus hat aber alles: Geschichte, Kunst und Aussichten. Sie wurde ursprünglich, im zweiten Jahrhundert, als Mausoleum für dem römischen Kaiser Hadrian gebaut. Später, ab dem 10. Jahrhundert, gelang sie in den Besitz der Päpste und wurde sowohl als Zufluchtsort bei Gefahr, wie auch als Gefängnis genutzt. Hierhin flohen Papst Gregor VII. vor KaiserHeinrich IV und Pius VII.vor Napoleon Bonaparte.

Es war auch Stätte göttlicher Botschaften: Im Jahre 590 wütete die Pest in Rom. Der damalige Papst Gregor I sah über dem Grabmal eine Erscheinung von Erzengel Michael, der das Ende der Pest verkündete, in dem er das Schwert des göttlichen Zorns in seine Scheide steckte. Noch heute gibt es eine Statue, die dies verkörpert.

Castello di Angelo
Castello di Angelo

Von all dem sieht man noch reichlich Spuren. Besonders beeindruckend sind vor allem die gut erhaltenen Wandbemalungen im vierten Stock. Geht man noch weiter nach oben, kommt man auf die Terrasse von der aus man einen tollen Blick über Rom und den Tiber hat und auch auf den Vatikan gucken kann.

Castello di Angelo
Castello di Angelo

Nach so viel Kultur haben wir uns ein letztes italienisches Mittagessen richtig verdient. In nur zehn Minuten raschen Fußweges waren wir wieder im Zentrum, in der Nähe des Pantheons. Dort sind wir nach Empfehlungen meiner Karte in die Taverna del Seminario gegangen. Es sieht nicht nach viel aus, aber das Essen ist lecker und die Preise sehr günstig.

Taverna Del Seminario
Taverna Del Seminario

Zum Abschied wollten wir auf ein letztes Eis nicht verzichten. Also gingen wir in die nur 5 Minuten entferne traditionelle Eisdiele Giolitti. Das Eiscafé, dass es seit 1900 gibt ist eines der ältesten Roms und hat eine beeindruckende Auswahl und ist immer rappelvoll. Nicht vergessen vorher ein Ticket zu kaufen, an der eigentlichen Eistheke bezahlt man nur mit dem vorher gekauften Ticket. Mit zwei der besten Eiskugeln, die wir je hatten, verabschieden wir uns von Rom.

Giolitti Rom
Giolitti Rom
Giolitti in Rom
Giolitti in Rom

 

Nützliche Hinweise:

Unterkunft:

Die meisten günstigen Hotels und Hostels sind in der Nähe von Termini, dem Hauptbahnhof. Die Qualität ist generell, gerade verglichen mit deutschem Standard, nicht sehr gut. Die meisten Häuser und Apartments sind etwas heruntergekommen, aber die Lage ist super, eigentlich ist fast alles zu Fuß zu erreichen. Auch wenn man Abends etwas aufpassen muss, da hier, wie bei den meisten Hauptbahnhöfen geklaut wird.

Wir waren in dem M&J Hostel. Wir hatten anfangs Bedenken, da wir gelesen hatten, dass das Hostel nicht den Erwartungen entspricht, das war aber unnötig. Wir hatten ein Doppelzimmer, das vollkommen in Ordnung war. Die Matratze war zwar etwas durchgelegen, aber es war alles sauber und ordentlich. Es gab am ersten Morgen kein heißes Wasser, weil der Boiler ausgegangen ist, wir haben aber Bescheid gesagt und das wurde bis zum Abend repariert. Unser Eindruck ist, dass die Doppelzimmer ok sind, zu den Dorms kann ich nicht sagen. 

M&J Hostel, Rom
M&J Hostel, Rom

Transport:

Der günstigste Transport von und zum Flughafen sind private Busse von verschiedenen Unternehmen. Die meisten fahren von und nach Termini. Gerade bei der Abreise am besten genau den Ort und die Abfahrtszeiten checken. Wir mussten im Endeffekt den Zug nehmen, da wir mit dem Bus zu spät gekommen wären. Der Zug fährt von Termini aus ca. 30 min und fährt alle 15 min.

Karte mit günstigen Restaurants und Eisdielen in Rom:

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